Der Newsletter wird nicht richtig angezeigt? Jetzt im Browser anschauen.

Newsletter zum Filmkunst-Programm vom  31.5. bis 6.6.2018

 

Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!

 

Vieles wollten die 68er anders machen. Da gehörten auch die Beziehungen, die Rollenverteilung und das Familienbild auf den Prüfstand. Manches blieb dann doch beim Alten und wer schon einmal in einer WG gelebt hat, weiß, dass Männer immer noch eine sehr viel höhere Schmutztoleranz haben als ihre Mitbewohnerinnen. Spätestens beim ersten Kind entpuppt sich in einer Beziehung mancher Frauenversteher dann doch als allmächtiger Pater familias: Die Emanzipation der Frau endet beim Führerschein, dem selbständig erstellten Einkaufszettel und dem Kita-Beirat. Wie sehr Frauen auch im Zeitalter der Gleichberechtigung beim Thema Kinder am Rad drehen, führt uns TULLY vor Augen: eine Frau, die zur Mutter wird, läuft Gefahr, alles aufzugeben, was das Leben früher so lebenswert machte. Die „guten Freundinnen“ können davon ein Lied singen, sofern sie nicht in derselben Misere stecken. Auch wenn Kinder der Sonnenschein im Leben sein sollen: da war doch noch was…?

 

Mit nächtedurchwachten Grüßen
verbleiben die Filmerzieher aus Filmhaus, Lichtwerk und Kamera

 

Alle Filme und Termine im Lichtwerk www.lichtwerkkino.de

Alle Filme und Termine in der Kamera www.kamera-filmkunst.de

 

Unsere neuen Filme in KAMERA und LICHTWERK

 

3 TAGE IN QUIBERON / Lichtwerk

Im März 1981 befindet sich die 43-jährige Schauspielerin Romy Schneider zu einer Entziehungskur in der Bretagne. Als ein deutscher Journalist und ein Fotograf sie zu einem Interview drängen, lässt sie sich zögerlich darauf ein, doch zeigt sich bald, dass die Pressevertreter ihre innere Zerrissenheit zwischen Depressionen und dem Drang nach öffentlicher Aufmerksamkeit für ihre Zwecke ausnützen wollen. Auf eine authentische Begebenheit zurückgehende Filmbiografie, die dank einer hingebungsvoll in ihrer Rolle aufgehenden Hauptdarstellerin eine intime Nähe zu ihrer Protagonistin aufbaut. (Filmdienst)

 

AUF DER JAGD – WEM GEHÖRT DIE NATUR? / Kamera

Ausgesprochen differenzierter und aufwändig produzierter Dokumentarfilm über Jagd, Jäger und die Verantwortung für die Natur in Deutschland. In lose miteinander verbundenen Kapiteln wird das Verhältnis von Jagd und Landschaft, Tieren und Nahrungsmitteln, Wolf und Jäger sowie dem Naturschutz generell ausgelotet. Befürworter wie Gegner der Jagd kommen gleichermaßen zu Wort; außerdem geht es um kulturelle Bilder und Überformungen im Spannungsfeld zwischen Moralisierung und Infantilisierung der Natur. (Filmdienst)

 

AUGENBLICKE – GESICHTER EINER REISE / Kamera

Die 90-jährige Filmemacherin Agnès Varda und der Street-Art-Künstler JR reisen mit einem Fotomobil durch das ländliche Frankreich. Dabei treffen sie Menschen, lassen sich ihre Geschichten erzählen und halten deren Gesichter in überlebensgroßen Ausdrucken an Häuserfassaden und Mauern fest. In dem von großer Leichtigkeit getragenen Dokumentarfilm reihen sich vignettenhafte Porträts und Szenen einer während dieser Tour entstandenen Freundschaft aneinander, wobei sich mitunter auch ein Gefühl leiser Melancholie breitmacht. Ein einfühlsames, von einem leichten Schalk getragenes Road Movie, in dem unterschwellig auch das Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit mitverhandelt wird. (Filmdienst)

 

DER BUCHLADEN DER FLORENCE GREEN /Lichtwerk

Eine Adaption des gleichnamigen Romans von Penelope Fitzgerald: Eine Frau eröffnet in einem kleinen südenglischen Küstenort in den 1950ern einen Buchladen. Dort findet sie, nicht zuletzt mit damals bahnbrechenden Romanen von Ray Bradbury oder Nabokov, interessierte Leser. Sie legt sich aber auch mit einer reichen Frau an, die in dem Ort das Sagen hat und das Gebäude, in dem sich der Buchladen befindet, gerne für eigene Pläne nutzen würde, woraus eine erbitterte Fehde wird. (Filmdienst)

 

DAS ETRUSKISCHE LÄCHELN / Kamera

Ein kauziger alter Schotte verlässt seine Heimat auf den Hebriden und fliegt zu seinem ihm fremd gewordenen Sohn nach San Francisco, um sich dort von Fachärzten untersuchen lassen. Als er von einer schweren Krankheit erfährt, merkt er, welche Werte für ihn wirklich zählen. Die handwerklich solide Inszenierung besticht durch ein erlesenes Schauspielerensemble, wagt sich als Erbauungskino aber nicht in die Untiefen des existentiellen Themas vor. Dafür nutzt die Inszenierung die pittoresken Schauplätze, um den Widerstreit zwischen europäischer und US-amerikanischer Kultur zu demonstrieren. (Filmdienst)

 

FEINDE – HOSTILES / Lichtwerk

Ein als Indianerhasser bekannter Captain der U.S. Kavallerie erhält den Auftrag, einen sterbenden Indianerhäuptling samt seiner Familie in dessen Heimat zurückzugeleiten. Unterwegs stößt der Trupp auf eine Farmersfrau, deren Mann und Kinder von Indianern getötet wurden. Die Reise wird nicht nur zur soldatischen Herausforderung, sondern auch zur Gewissenserforschung des Captains, der sich zwischen Schuld und Vergebung entscheiden muss. Ein an den filmischen Vorbildern der Vergangenheit orientierter, aber zeitgemäßen Sensibilitäten sich öffnender Western, gleichermaßen spannend und bewegend in Inszenierung und Darstellung. (Filmdienst)

 

THE HAPPY PRINCE / Kamera

Opulente Filmbiografie über die letzten Lebensjahre des irischen Schriftstellers Oscar Wilde (1854-1900): Nach der Gefängnishaft wegen homosexueller „Unzucht“ geht Wilde 1897 ins Exil nach Frankreich und Italien. Dort knüpft er an sein Leben vor der Verurteilung an, erleidet jedoch weiterhin die Ablehnung der Gesellschaft, während seine finanziellen Mittel schwinden und sich auch seine Gesundheit rapide verschlechtert. Das herausragend besetzte Drama hebt sich von manchen Mythen um Wilde ab und zeichnet ihn als zwar gebrochenen Mann, der sich dennoch auch in seiner letzten Lebensphase noch durch geistreichen Witz und Charme auszeichnet. Dabei vermeidet der Film nicht immer Klischees vom leidenden Künstler, kontert dies aber mit einem kenntnisreichen Zugriff auf Wildes Leben und Zeit. (Filmdienst)

 

IN DEN GÄNGEN / Lichtwerk

Ein junger Mann fängt nach seiner Entlassung aus dem Knast als Mitarbeiter in einem Großmarkt an, wo er sich schnell eingewöhnt, weil ihn ein älterer Kollege unter die Fittiche nimmt und er sich überdies in eine Angestellte verliebt. Der leise, feinsinnige Film entfaltet eine subtile Liebesgeschichte mit großem atmosphärischem Zauber, ausgefeilten Alltagsdialogen und einem großen Augenmerk auf die scheinbar banale Arbeitswelt. Ästhetisch knüpft die Inszenierung an eine (post-)sozialistische Kunstauffassung an, die Hochkultur und Arbeiterklasse versöhnen wollte. In seiner sublimen Ästhetik und Dezenz hebt sich der stille, hervorragend besetzte Film wohltuend ab. (Filmdienst)

 

LADY BIRD / Kamera

Ein Jahr im Leben einer 18-jährigen Schülerin in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento, das von den Umbruchstimmungen des Jahres 2002 nach den Anschlägen des 11. September geprägt ist. Der zwischen Ernst und Komik alternierende Film entwirft ein feinfühliges, unprätentiöses Porträt einer Generation auf der Suche nach Selbstsicherheit und Selbstverwirklichung. Ein weiser und liebevoller Film mit einer hervorragenden Hauptdarstellerin, der sich wohltuend von anderen Teenagerfilmen unterscheidet und immer wieder durch die Natürlichkeit der Figuren überrascht. (Filmdienst)

 

MADAME AURORA UND DER DUFT VON FRÜHLING / Lichtwerk

Eine alleinstehende Frau Anfang 50 verliert ihre Arbeit, wird vom Arbeitsamt gedemütigt und erfährt zudem, dass sie ihre älteste Tochter demnächst zur Großmutter macht. In dieser Phase der kompletten Umorientierung helfen ihr Vergleiche mit Freundinnen ebenso wenig wie eine neue Liebe, vielmehr muss sie sich grundsätzlich den Veränderungen in ihrem Leben stellen. Die liebenswürdig-optimistische Komödie driftet zwar bisweilen in Standardsituationen und Klischees ab, überzeugt aber vor allem dank der ebenso zurückhaltend wie präzise agierenden Hauptdarstellerin. (Filmdienst)

 

MARIA BY CALLAS / Lichtwerk

Dokumentarfilm über die legendäre Opernsängerin Maria Callas (1923-1977), in dem die Diva ihr Leben quasi selbst in Gestalt rezitierter Briefe und eines Fernsehinterviews aus dem Jahr 1970 erzählt. Die liebevoll montierte Collage behandelt die frühen Jahre der Künstlerin knapp, räumt den bekannten Skandalgeschichten dafür aber breiten Raum ein. Das große Plus der biografischen Skizze sind jedoch die aufwändig kolorierten und ungekürzten Aufnahmen musikalischer Opern-Soli, die der berückenden Kunst der Sängerin huldigen. (Filmdienst)

 

NACH EINER WAHREN GESCHICHTE / Kamera

Eine Pariser Schriftstellerin gerät nach dem durchschlagenden Erfolg ihres jüngsten Romans in eine Schaffenskrise. Da lernt sie eine geheimnisvolle Fremde kennen, die ihr durch die Krise hilft, sich dabei aber immer intensiver in ihr Leben einmischt. Der auf einem Roman von Delphine de Vigan fußende Machtkampf der beiden Frauen ist als klassischer Thriller strukturiert. Die Inszenierung hält die Handlung jedoch bewusst diffus und lässt Spannung wie Genrekonventionen gleichermaßen ins Leere laufen. (Filmdienst)

 

TANZ INS LEBEN / Lichtwerk

Nach 35 Ehejahren entdeckt eine Frau eine Affäre ihres Mannes und zieht frustriert zu ihrer älteren Schwester, die in so ziemlich allen Belangen das Gegenteil von ihr ist. Um ihre Verbiesterung aufzubrechen und die Trauernde aus ihrem Schneckenhaus zu locken, nimmt sie die Ältere mit zum Tanzen, was bald neuen Schwung in deren Leben bringt. Der dramaturgisch recht durchsichtige Wohlfühlfilm für Senioren gleicht seine Vorhersehbarkeit weitgehend durch Humor und Charme aus. Erwähnenswert ist insbesondere das mitreißende, nuancenreiche Spiel der beiden Hauptdarstellerinnen. (Filmdienst)

 

TULLY / Kamera

Eine zweifache Mutter bringt nach einer anstrengenden Schwangerschaft ein drittes Kind zur Welt. Um wieder durchschlafen zu können, engagiert sie auf Anraten ihres Bruders eine so genannte Night Nanny, die sich nachts nicht nur um das Baby, sondern auch um den Haushalt kümmert. Die Mutter lebt dadurch förmlich wieder auf. Die humorvolle Komödie entzaubert zunächst recht realistisch den Mythos von Schwangerschaft und Muttersein, um dann eine ungewöhnliche Lösung anzubieten. Die Inszenierung setzt vor allem auf verhaltene Situationskomik mit witzigen Dialogen und popkulturellen Anspielungen. Der Film lebt dabei vor allem von der Hauptdarstellerin, die die körperlichen und seelischen Folgen von Mutterschaft und Älterwerden gut nachvollziehbar verkörpert. (Filmdienst)

 

Sie möchten unseren Newsletter nicht mehr erhalten, oder Ihre Mailadresse ändern?
Dann klicken Sie hier.

Lichtwerk Filmtheater Betriebs GmbH, Ravensberger Park 7, 33607 Bielefeld, Handelsregister Amtsgericht Bielefeld HRB 38232
Geschäftsführer: Jürgen Hillmer

Newslettersystem powered by Digitale Offensive