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Newsletter zum Filmkunst-Programm vom  15.3. bis 21.3.2018

 

Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!

 

Auch wenn es wirklich nervt, muss leider immer wieder über die Zumutungen der neuen Rechten und ihrer AfD diskutiert werden. Die Führung der AfD möchte die „Schulddebatte“ über deutschen Faschismus, den Holocaust und die Verbrechen des deutschen Militärs für beendet erklären und stattdessen wieder stolz sein auf deutsche Geschichte. Paradox? Für die AfD kein Problem. Der Führer der AfD, Gauland, möchte gerne wieder stolz auf die deutsche Wehrmacht sein im Sinne von „Gute Jungs!“ und „Vaterland verteidigt“. Politisch korrektes Denken, das die Verbrechen der Wehrmacht benennt, gehört für AfD-Führerin Weidel auf den „Müllhaufen der Geschichte“.  Welche Untaten, Massaker und Gräuel die deutschen Soldaten der Wehrmacht vollbrachten, sollte niemals vergessen werden und bietet keinen Grund zum Stolzsein. Mit DER HAUPTMANN von Robert Schwentke (R.E.D. Älter. Härter. Besser) zeigen wir einen Film über die Mechanismen in der deutschen Wehrmacht, der eine brutale Version des Hauptmanns von Köpenick abbildet: Im April 1945 schart ein Wehrmachtssoldat in der Uniform eines Hauptmanns eine Gruppe anderer Soldaten um sich und verbreitet in der norddeutschen Provinz mit dem Standrecht Angst und Schrecken. In einem Lager werden Strafgefangene willkürlich abgeschlachtet; später zieht die Soldateska marodierend weiter. Warum die Stolzierer der AfD nicht auf die Geschwister Scholl, die Hitler-Attentäter, Deserteure, Saboteure oder den antifaschistischen Widerstand stolz sein können?  

 

Mit antifaschistischen Grüßen
verbleiben die Filmalternativen aus Filmhaus, Lichtwerk und Kamera

 

Alle Filme und Termine im Lichtwerk www.lichtwerkkino.de

Alle Filme und Termine in der Kamera www.kamera-filmkunst.de

 

Unsere neuen Filme in KAMERA und LICHTWERK

 

ARTHUR & CLAIRE / Lichtwerk

Zwei lebensmüde Menschen, ein nörgelnder, todkranker Wiener und eine impulsive, aber zutiefst traumatisierte Holländerin, lernen sich in einem Hotel in Amsterdam kennen und streifen gemeinsam durch die Nacht. Die anfängliche Abneigung weicht gegenseitigem Interesse und die angespannte Stimmung des Beginns wandelt sich in Vertrautheit. Unterhaltsame Tragikomödie, die das gewichtige Todesthema immer wieder durch Ironie und schwarzen Humor auffängt. In den beiden Hauptrollen hervorragend gespielt. (Filmdienst)

 

CALL ME BY YOUR NAME / Kamera

Der 17-jährige Sohn US-amerikanisch-italienischer Akademiker sucht Anschluss an einen ein paar Jahre älteren Doktoranden, der in den Sommerferien in der elterlichen Villa in der Lombardei wohnt. Während der träge dahinziehenden Tage erkennen die beiden, dass sie sich ineinander verliebt haben, und lassen sich auf eine Beziehung ein, wohl wissend, dass sie sich mit dem Ende des Sommers wieder trennen müssen. Entspannt und fast beiläufig inszenierte Romanverfilmung, in der sich das Geschehen und die allmähliche Annäherung der Hauptfiguren mit sensibler Folgerichtigkeit entfalten. Dabei weist der hervorragend interpretierte Film in seiner Einlassung auf Sehnsucht und Vergänglichkeit weit über die Erzählung von erwachender Sexualität und homosexueller Romanze hinaus. (Filmdienst)

 

 

DIE DUNKELSTE STUNDE / Kamera

Im Mai 1940 sieht sich die britische Regierung in höchste Not gebracht, eine Invasion durch die deutsche Wehrmacht zu verhindern. In dieser Situation wird der zum Kampf gegen die Nazis entschlossene Winston Churchill neuer Premierminister, doch muss der unbeliebte Politiker zunächst Parlament, König und Volk für seine Linie gewinnen. Aufwändiges Historiendrama, das den nationalen Zusammenhalt der Briten im Zweiten Weltkrieg beschwört und am Mythos eines überlebensgroßen Staatsmannes mitstrickt. Der Mensch Churchill bleibt dabei auf seine berühmten Posen beschränkt, wogegen auch der Hauptdarsteller auf Dauer nichts ausrichten kann. (Filmdienst)

 

THE FLORIDA PROJEcT / Kamera

In den Motels rund um Disneyworld in Orlando, wo kaum Touristen stranden, sondern mittel- und vaterlose Kleinstfamilien hausen, erlebt ein sechsjähriges Mädchen mit ihren Freunden und ihrer Mutter einen Sommer voller Möglichkeiten und Härten. Im strahlenden Licht von Florida und mit den grellen Bonbonfarben des Vergnügungskomplexes porträtiert der Film eine Scheinwelt, ohne deren Verlockungen zu denunzieren noch deren Verlogenheit zu leugnen. (Filmdienst)

 

DER HAUPTMANN / Lichtwerk

Im April 1945 schart ein Wehrmachtssoldat in der Uniform eines Hauptmanns eine Gruppe anderer Soldaten um sich und verbreitet in der norddeutschen Provinz mit dem Standrecht Angst und Schrecken. In einem Lager werden Strafgefangene willkürlich abgeschlachtet; später zieht die Soldateska marodierend weiter. Das in kontrastreichem Schwarz-weiß stark stilisierte Drama zeichnet die mysteriöse Selbstermächtigung des Gefreiten als mörderische Köpenickiade, wobei die Inszenierung die Motivation der Hauptfigur bewusst vage lässt. Mit dieser Leerstelle will der aus der Täterperspektive geschilderte Film eine Brücke in die Gegenwart schlagen, setzt sich aber auch dem Verdacht einer Entschuldung aus. Eine absurde Deutung des historisch belegten „Henkers im Emsland“ klingt zwar an, wird zugunsten einer filmischen Meditation über die Wolfsnatur des Menschen aber nicht weiter verfolgt. (Filmdienst)

 

DAS LEBEN IST EIN FEST / Kamera

Nach 30 Jahren im Dienst rauschender Hochzeiten will ein französischer Eventmanager sein florierendes Unternehmen verkaufen. Doch bei der letzten, wie immer akribisch durchgeplanten Veranstaltung auf einem barocken Schloss geht alles schief, was schiefgehen kann. Die schwungvolle Komödie porträtiert einen ganzen Mikrokosmos an menschlichen Gefühlen und Reaktionen mit großer Hingabe und einem enormen Gespür für die komischen Folgen von Fehltritten. Ein Feuerwerk aus Klamauk und Slapstick, das gelegentlich übers Ziel hinausschießt, aber immer nahe an den Figuren bleibt und dadurch eine eigenwillige Schönheit entfaltet. (Filmdienst)

 

LUCKY /Kamera

Vignetten aus dem Leben eines alten Mannes in der Wüste von Arizona, die sich zu einem bewegenden Porträt eines Menschen verdichten, der es gelernt hat, mit der Einsamkeit und dem Bewusstsein der Sterblichkeit umzugehen. Ein gänzlich unpathetischer, zu den Wurzeln der Existenz vordringender wortkarger Film, in dem die Furcht vor dem Tod der gelassenen Akzeptanz täglicher Rituale weicht. (Filmdienst)

 

MARIA MAGDALENA / Lichtwerk

Der Bibelfilm erzählt die Geschichte der Maria Magdalena, die aus einer tiefen Gotteserfahrung heraus eine Berufung erlebt und als Zeugin Jesu die Botschaft der Auferstehung verbreitet. Ästhetisch bleibt der eindrucksvolle Film zwar den konventionellen Darstellungsformen des Bibelfilms verhaftet, doch es gelingt der Inszenierung und den überzeugenden Hauptdarstellern, einen frischen Zugang auf das Evangelium zu eröffnen. Dabei rückt die Frage nach dem Reich Gottes in den Mittelpunkt, das nicht in einer politischen Revolution Gestalt gewinnt, sondern in den Herzen der Menschen. (Filmdienst)

 

DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER / Lichtwerk

Im Oktober 1956 erfahren zwei Abiturienten aus Eisenhüttenstadt bei einem Besuch in Westberlin von den Unruhen in Ungarn. Als der Aufstand blutig niedergeschlagen wird, organisieren sie eine Schweigeminute in ihrer Klasse, was massive Repressionen der DDR-Behörden nach sich zieht. Das mit viel Feingefühl inszenierte Drama konzentriert sich auf die Gewissensnot der Jugendlichen, die den Namen der Rädelsführer verraten sollen, wenn sie zum Abitur und zum Studium zugelassen werden wollen. Ihre Figuren sind als komplexe Charaktere angelegt, was ihr moralisches Dilemma umso glaubwürdiger und die Fragen nach Integrität, Haltung und Widerstand als zeitlose Themen ansichtig macht. (Filmdienst)

 

SHAPE OF WATER / Lichtwerk

Eine gehörlose Putzfrau freundet sich in den frühen 1960er-Jahren in einem US-Geheimlabor mit einem Amphibienwesen an, das dort gefangen gehalten wird. Mit Hilfe einer Kollegin und ihres Nachbarn will sie den Wassermann aus den Händen des Militärs befreien. Das an Jack Arnolds B-Monsterfilm „Der Schrecken des Amazonas“ (1954) angelehnte Drama glänzt durch poetische Erfindungskraft, eine raffinierte Dramaturgie und grandiose Darsteller. Mit Poesie und Liebe soll darin der Zynismus kalter Bürokraten überwunden werden. (Filmdienst)

 

THREE BILLBOARDS OUTSIDE EBBING, MISSOURI / Lichtwerk

Eine über den Mord an ihrer Tochter verbitterte Frau klagt den örtlichen Polizeichef auf drei großen Werbetafeln der Untätigkeit an, was in der Kleinstadt für Aufruhr sorgt und in einen erbitterten Kleinkrieg mündet. Eine meisterliche Mischung aus Rachethriller, Drama und lakonischer Komödie, in der die eskalierenden Konflikte mit schwarzem Humor und einigen Gewaltspitzen entfaltet werden. In dem Maße, wie die Hintergründe der Figuren deutlicher werden, wandelt sich der Film aber zum berührenden Drama, in dem es weniger um Rache als darum geht, untereinander und für sich selbst so etwas wie Gnade walten zu lassen. (Filmdienst)

 

DIE VERLEGERIN / Lichtwerk

Im Sommer 1971 muss die Herausgeberin der „Washington Post“ mit ihrem Team entscheiden, ob die US-Tageszeitung Erkenntnisse aus einem geheimen Pentagon-Dossier veröffentlicht will, das die US-Regierung schwer belastet. Ohne Pathos und weitgehend nüchtern inszeniert, verlässt sich die Inszenierung vor allem auf die großartigen Darsteller. (Filmdienst)

 

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Lichtwerk Filmtheater Betriebs GmbH, Ravensberger Park 7, 33607 Bielefeld, Handelsregister Amtsgericht Bielefeld HRB 38232
Geschäftsführer: Jürgen Hillmer

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