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Newsletter zum Filmkunst-Programm vom  7.2.2019 bis 13.2.2019

 

Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!

 

Das Grüne Buch – da war doch mal was mit Gaddafi… Heute könnten wir eher versucht sein, an umweltfreundliche Perspektiven eines Verkehrsministers Scheuer zu denken. Was hat er nicht alles schon für die Umwelt gedacht und getan! Schadstoffemissionen hat er zu Mumpitz erklärt und die verqualmten Innenstädte von unqualifizierten Pappkameraden zu grünen Luftkurorten erklären lassen. Den hochkriminellen und technisch beachtlichen Abgasbetrug Made in Germany hat er als umweltaffine Schonung der gequälten Motoren erklärt. Eine Nachrüstung ist für den Hobby-Ingenieur Scheuer nicht möglich. Als kleinen grünen Tipp hält er die Anschaffung eines Neuwagens, möglichst im umweltschonenden SUV-Format, für vorteilhaft. Die Deutsche Bahn ist per se des Teufels und von Scheuer gar nicht zu empfehlen: Auf der Schiene klappt nach seiner Expertenmeinung rein gar nichts. Schuld sind daran keinesfalls die aus der Autoindustrie stammenden Vorgänger des jetzigen Bahnchefs Lutz, die den Konzern wie ein Privatunternehmen leergemolken haben. Die Kosten für eine DB-Neuaufstellung sind für Scheuer Gelder, die auf die Straße gehören. Und ganz wie der Autokanzler Schröder hält er übrigens ein Tempolimit für die leistungsfähigen deutschen Autos für eine giftgrüne Zumutung. Die Verkehrstoten durch Raser zählen bei ihm vermutlich als nahrhafter Humus seiner grünen Welt. Jetzt kommt das Grüne Buch auch ins Kino. Allerdings bezeichnet GREEN BOOK, genauer gesagt das Negro Motorist Green Book, eine Art Reiseführer für afroamerikanische Autofahrer durch die rassistischen Südstaaten der USA, der die wenigen Unterkünfte, Restaurants und Tankstellen aufführte, die auch schwarze Kunden akzeptierten. Das Green Book wurde zwischen 1936-1966 mehrfach aufgelegt und wurde durch den „Civil Rights Act“ von 1964 überflüssig. Theoretisch.

 

Mit immergrünen Grüßen

verbleiben die Filmmotoriker aus Filmhaus, Lichtwerk und Kamera

 

Alle Filme und Termine im Lichtwerk www.lichtwerkkino.de  

Alle Filme und Termine in der Kamera www.kamera-filmkunst.de

 

Das sind unsere Neustarts in KAMERA und LICHTWERK in dieser Kinowoche:

 

FRÜHES VERSPRECHEN / KAMERA

Biografischer Film über das Leben des jüdisch-russischen Schriftstellers, Diplomaten und Regisseurs Romain Gary (1914-1980), der mit seiner überprotegierenden Mutter, die in ihm ein Genie vermutete, in den 1930er-Jahren von Osteuropa nach Frankreich gelangte. Der chronologisch nach Garys romanhafter Autobiografie erzählte Film kreist um das enge Mutter-Sohn-Verhältnis und entfaltet ein abenteuerlich-aberwitziges Leben, dessen Tragik und Pathos durch Selbstironie und die Distanz des Ich-Erzählers aus dem Off angenehm relativiert wird. (Filmdienst)

 

Weiter im Programm:

 

ASTRID / Lichtwerk

Biografischer Film über die Jugend und das Erwachsenwerden der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren, die als junge Zeitungsvolontärin schwanger wurde und ihren in Dänemark zur Welt gebrachten Sohn Lasse in die Obhut einer Pflegemutter geben musste. Die frühe Schwangerschaft und die traumatische Trennung von ihrem Kind identifiziert der schön bebilderte, aber recht einfach gestrickte Film als Quelle von Lindgrens literarischem Schaffen. Der schlüssig inszenierte und in der Hauptrolle mit großer Natürlichkeit gespielte Film reduziert die Kinderbuchautorin damit allzu sehr auf die von ihr geschaffenen Figuren. (Filmdienst)

 

CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG / Kamera

Dokumentarisch anmutender Spielfilm über einen zwölfjährigen Straßenjungen aus einem Armenviertel in Beirut, der bei einer Flüchtlingsfrau aus Äthiopien Unterschlupf findet und sich um deren kleinen Jungen kümmert. Als die Mutter nicht mehr auftaucht, ist er mit dem Kind auf sich gestellt. Mit großer Zugewandtheit, aber relativ nüchtern schildert das auf intensiven Recherchen beruhende Drama den ausweglosen Kampf ums Überleben. Der von einer großen Menschlichkeit getragene Film konfrontiert mit erschütterndem Elend, hält Sentimentalität wie Zynismus aber gleichermaßen auf Distanz. Ein ebenso bewegender wie kluger, weitgehend von Laienschauspielern grandios gespielter Film. – Sehenswert (Filmdienst)

 

THE FAVOURITE – INTRIGEN UND IRRSINN / Kamera

Die britische König Anne Stuart (1665-1714) wird seit Jahren von der Herzogin von Marlborough durch Zuneigung, Sex und den Mut, auch in schwierigen Momenten die Wahrheit zu sagen, bei Laune gehalten. Als Gegenleistung folgt die Herrscherin weitgehend den Vorschlägen ihrer Favoritin. Diese bewährte Balance gerät aus dem Gleichgewicht, als sich eine Zofe anschickt, der neue Liebling der Königin zu werden. Mit opulenten Bildern und einer von surrealer Dekadenz geprägten Atmosphäre entfesselt der kunstvoll dekonstruierte Historienfilm das Ringen zwischen drei Frauen, dessen Verbissenheit mal Heiterkeit, mal Verstörung hervorruft. (Filmdienst)

„Grausam und lustig: Ein durchdachtes Epochen-Bonbon, überzogen mit Gift.“ (The New York Times)

 

GREEN BOOK  – EINE BESONDERE FREUNDSCHAFT / Lichtwerk

Im Jahr 1962 engagiert ein kultivierter schwarzer Pianist einen proletenhaften italienischstämmigen Chauffeur für eine Konzerttour durch die US-Südstaaten, wo Rassismus, Diskriminierung und Gewalt gegen Schwarze an der Tagesordnung sind. Die auf einer realen Begebenheit beruhende Tragikomödie skizziert die Annäherung und Freundschaft zweier gegensätzlicher Charaktere, ohne die bitteren Seiten, Zynismus, Hass und Häme, zu unterschlagen. Das von zwei herausragenden Darstellern und einem warmherzigen Humor getragene Road Movie skizziert einen Lernprozess in beide Richtungen, der Aktualisierungen meidet, aber die Verachtung des schwarzen Körpers schmerzhaft spürbar macht. (Filmdienst)

 

DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT / Lichtwerk

Verfilmung eines autobiografischen Romans von Hape Kerkeling, die von der Kindheit des Entertainers im Ruhrgebiet der 1970er-Jahre erzählt. Diese wird stark von der psychischen Erkrankung seiner Mutter geprägt, deren Depressionen der Junge durch humoristische Imitationen, Sketche und Gesangseinlagen aufzuhellen versucht. (Filmdienst)

 

MARIA STUART, KÖNIGIN VON SCHOTTLAND / Lichtwerk

Die Rivalität zwischen der englischen Königin Elizabeth I und der schottischen Regentin Mary Stuart als Gegenstand eines sich auf Hofintrigen konzentrierenden Porträts, das die stilistische Kunstfertigkeit seines Anfangs allzu schnell einem konventionellen Historiengemälde opfert. Gute schauspielerische Leistungen können die mangelnde Kontextualisierung innerhalb der englischen Königsgeschichte nicht wettmachen. (Filmdienst)

 

MIA UND DER WEISSE LÖWE / Kamera

Eine junge Engländerin wächst auf einer Farm in Südafrika zusammen mit einem weißen Löwenbaby auf, bis aus dem flauschigen Wollknäuel ein mächtiges Raubtier geworden ist. Das bewegende Drama einer innigen Freundschaft verblüfft durch die außergewöhnliche Nähe und Intimität von Mensch und Tier, was ein wenig zu Ungunsten der familiären Umstände in der Geschichte geht. Der aufwändig über mehrere Jahre und ganz ohne Tricktechnik produzierte Film plädiert nachdrücklich für einen gewissenhafteren Umgang mit der Natur und den vom Aussterben bedrohten Löwen. (Filmdienst)

 

THE MULE / Kamera

Ein 90-jähriger Blumenzüchter, der einst Frau und Kind verlassen hat, erliegt der Versuchung, für ein mexikanisches Kartell mit seinem klapprigen Laster Drogen über die US-amerikanische Grenze zu transportieren. Der Film erzählt schnörkellos und durchweg erheiternd die Geschichte eines Außenseiters, der im hohen Alter mit anderen Augen auf die verpassten Gelegenheiten seines Lebens zurückblickt. Die auf einer „wahren Geschichte“ berührende Story nimmt sich durch die Inszenierung von Clint Eastwood wie eine melancholische Reflexion über die Heldenfiguren seiner eigenen Karriere aus. – Sehenswert (Filmdienst)

 

WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT? / Kamera

Die Tochter einer atheistischen Feministin aus Wien konvertiert zum Islam und stellt den familiären Patchwork-Haushalt durch radikale Speisevorschriften und Alltagsregeln auf den Kopf. Mit Situationskomik und viel schwarzem Humor spießt die satirische Komödie die ambivalenten Reaktionen der Umwelt auf, hält sich aber auch nicht mit bissigen Karikaturen des Islamismus zurück. Pointierte Dialoge und gut aufgelegte Darsteller ermöglichen einen humoristischen Lichtblick im Dschungel allzu bierernster Debatten um Identität und Religion. - Ab 12. (Filmdienst)

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