lichtwerk_literarisch: Exil und Fluchthilfe

Vorgestellt wird von den Herausgeberinnen und Mitautorinnen, Dr. Irene Below und Dr. Maria Kublitz-Kramer, das 2017 erschienene Buch „Fluchtorte – Erinnerungsorte. Sanary-sur-Mer, Les Milles, Marseille“. Die drei Orte stehen für unterschiedliche Aspekte der Exilgeschichte während des Nationalsozialismus: Sanary-sur-Mer, das kleine Fischerdorf an der Côte d’Azur, wurde seit 1933 zum Refugium und zur heimlichen „Hauptstadt der deutschen Literatur“, u.a. für Thomas Mann, Franz Werfel und Lion Feuchtwanger und viele weniger prominente Kulturschaffende, an die in dem Buch erinnert wird. Les Milles, in der Nähe von Aix-en-Provence, wurde seit 1939 zum Internierungslager für Flüchtlinge in Südfrankreich; die Hafenstadt Marseille, bekannt auch durch Anna Seghers Roman „Transit“, wurde seit Beginn der 1940er Jahre zum Hoffnungsort, um der nationalsozialistischen Verfolgung auf dem Seeweg zu entkommen

In Marseille wirkte neben dem Amerikaner Varian Fry als ‚Fluchthelfer‘ auch der mexikanische Generalkonsul Gilberto Bosques, der in der Zeit von 1940 bis 1942 mit seinen in dem Buch vorgestellten Beraterinnen und Beratern Tausenden die Flucht nach Mexiko ermöglichte und sie vor dem sicheren Tod bewahrte, unter ihnen Anna Seghers, Egon E. Kisch, Alfred Döblin, Hans Eisler und Franz Pfemfert.

Der im Anschluss an die Buchvorstellung gezeigte Film „Visa al Paraìso“ von Lilian Liberman (mit deutschen Untertiteln) aus dem Jahr 2010 dokumentiert Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Persönlichkeit; der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Eine Kooperation von Lichtwerk im Ravensberger Park und Literarischer Gesellschaft OWL /Literaturhaus Bielefeld mit Unterstützung der Kulturabteilung der Mexikanischen Botschaft.

 

 

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