A+F Capernaum - Stadt der Hoffnung

Ungefähr zwölf Jahre alt ist Zain, niemand weiß es genau. Mit seiner 10-köpfigen Familie lebt er in einer 2-Zimmer-Wohnung eines

Elendsviertels in Beirut. Jeden Tag steht er mit seinen Geschwistern auf der Straße, um etwas Geld zu verdienen. Nachdem er wegen eines

schweren Vorfalls zu fünf Jahren Haft verurteilt wird, klagt er seine Eltern an. Er wirft ihnen vor, ihn zur Welt gebracht zu haben.

Ein Albtraum für jedes Kind und doch die Realität: In einer mehrfach kriegszerstörten Stadt zur Welt zu kommen, tagtäglich ums Überleben zu

kämpfen gegen den Hunger, die Verschmutzung, die Gewalt.

Regisseurin Nadine Labaki zieht den Zuschauer in den Slum hinein, wir werden insUnglück gesaugt und finden aus den engen, verwahrlosten Gassen keinen Ausweg. Kann man es bis zum schönen Stadtzentrum schaffen, das weit weg im Hintergrund so unerreichbar wirkt? Selten scheint die Sonne, grau ist Zains Umgebung. Die einzigen Farben kommen von der Kirmes, wo Zain müde vom großen Rad aus in die Ferne schaut. Er findet Schutz in der armseligen Hütte einer illegalen Migrantin, in die kein Tageslicht kommt. Der Blick auf das glänzende Mittelmeer öffnet sich ihm erst, wenn er im Gefängnis sitzt; doch der Stacheldraht setzt klare Grenzen. Zain ist machtlos in dieser Welt eingesperrt, unsichtbar in einer Stadt, für die er nicht existiert.

LBN USA FR CYP QAT UK 2018 126 Min. · OmU · FSK 12

R: Nadine Labaki B:Nadine Labaki, Jihad Hojeily, Michelle Keserwany, u.a. K: Christopher Aoun D: Zain Al Rafeea, Yordanos Shiferaw, Boluwatife Treasure Bankole, u.a.

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AB 12 JAHREN / 100 MINUTEN