Lichtwerk-Newsletter 12.11.2009

Lichtwerk-Programm vom 12.11. bis 18.11.2009
Lichtwerk im Ravensberger Park
Ravensberger Park 7
Kartenreservierung: www.lichtwerkkino.de/opts/reservierungen.html od. 5576777


Liebes Lichtwerk-Publikum!

Bei manchen Filmen merkt man dann doch, dass es einen Unterschied zwischen einer Filmbesprechung und einer Filmkritik gibt. So hat der Film DAS WEISSE BAND von Michael Haneke einen echten Kritikerstreit hervorgebracht. In einem Film, in dem es um die Wirkungen autoritärer Erziehungsmethoden geht, wird Hanekes Lenkung der Zuschauerperspektive als autoritär empfunden. (Interessanterweise taucht in den Argumenten immer wieder Lars von Triers ANTICHRIST auf…) Die Debatte zwischen Ekkehard Knörer und Wolfram Schütte findet sich auf cargo und perlentaucher:

http://www.perlentaucher.de/artikel/5782.html
http://www.perlentaucher.de/artikel/5809.html
http://www.perlentaucher.de/artikel/5806.html


Eine ganz andere Art kultureller Bildung verfolgt der Film IT MIGHT GET LOUD. Drei gestandene Gitarristen erzählen von ihren Entwicklungsstationen und der jeweiligen Faszination für ihr Instrument. Sie treffen zusammen, spielen gemeinsam und linsen sich auf die Finger. Das hört sich erstmal etwas trocken an, doch der Charakter und das damit verbundene Kaliber machen den Unterschied: Jimmy Page zelebriert das Intro von Whole Lotta Love, The Edge demonstriert mit britischem Humor den Unterschied zwischen einem Riff und einem Riff und Jack White nagelt sich eine Gitarre zusammen und lässt darauf ein Hammer-Brett vom Stapel. Im Kulinarischen wäre es etwa so, als würden Dr. Oetker, Bocuse und Tim Mälzer gemeinsam köcheln. Oder wenn im Humorsektor Karl Valentin, Otto und Helge Schneider gemeinsam herausfinden, warum sie jeweils so witzig sind. Wir empfehlen, in den Film reinzugehen, bevor alles zu Schall und Rauch wird.

Mit tonangebenden Grüßen
verbleiben die Filmluftgitarristen aus dem Lichtwerk

P.S. Neu im Programm ist Michael Moores neuester Streich KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE. Gewohnt bissig und humorvoll untersucht er Ursachen und Wirkungen der globalen Finanzkrise. Aktueller kann ein Film kaum sein.

Alle Infos zum Lichtwerk-Programm: www.lichtwerkkino.de
Alle Infos zum Kamera-Programm: www.kamera-filmkunst.de
Alle Infos zum Filmhaus: www.filmhaus-bielefeld.de
Alle Infos zum Stummfilmfestival: www.murnaugesellschaft.de/filmmusik.html

Unsere Filme im LICHTWERK:
COCO CHANEL So 12.30 Uhr
IT MIGHT GET LOUD Sa & So 14.45 Uhr
KAPITALISMUS – EINE LIEBESGESCHICHTE tgl. 16.30 und 21.30 Uhr
LOOKING FOR ERIC tgl. 19.00 Uhr
DIE STANDESBEAMTIN tgl. 19.15 Uhr
UNTER BAUERN tgl. 16.45 Uhr
VERBLENDUNG tgl. 21.15 Uhr, So auch 13.00
DAS WEISSE BAND tgl. 17.30 & 20.30 Uhr
WILLKOMMEN BEI DEN SCH'TIS So 13.30 Uhr

Kinderkino:
WINNETOONS – DIE LEGENDE VOM SCHATZ IM SILBERSEE Sa & So 16.00 Uhr

Unsere Filme in der KAMERA:
HACHIKO tgl. 19.00 und 21.00 Uhr
DER INFORMANT tgl. 19.15 und 21.30 Uhr
DIE PÄPSTIN tgl. 17.30 und 20.30 Uhr
SCHWARZ AUF WEISS (Günter Walraff) tgl. 17.00 Uhr
VISION – HILDEGARD VON BINGEN tgl. 16.30 Uhr

Geplant in LICHTWERK und KAMERA:
EINE PERLE EWIGKEIT (ab 5.11.)
WENN WIR ZUSAMMEN SIND (19.11.)
TANNÖD (19.11.)
HELEN (ab 26.11.)
DIE ANWÄLTE (3.12.)
DER SOLIST (ab 10.12.)

Neu im Lichtwerk:
KAPITALISMUS: EINE LIEBESGESCHICHTE
Mit Humor und Empörung erkundet Michael Moores ein Tabuthema: Welchen Preis zahlt Amerika für seine Liebe zum Kapitalismus? Vor vielen Jahren schien diese Liebe so unschuldig zu sein. Heutzutage allerdings gleicht der amerikanische Traum mehr einem Albtraum, in dem Familien den Preis mit ihren Jobs, ihrem Zuhause und ihren Ersparnissen zahlen. Gewohnt kritisch und mit bissigem Humor untersucht er in seinem neusten Film die Ursachen und Auswirkungen der globalen Finanzkrise.

LOOKING FOR ERIC
Ein von seiner Arbeit sowie seiner familiären Situation überforderter Briefträger in einem Arbeiterviertel in Manchester schöpft durch die Solidarität seiner Kollegen, vor allem aber dank des virtuellen Coachings der französischen Fußballlegende Eric Cantona neuen Lebensmut. Eine von einem spielfreudigen Darstellerensemble getragene Komödie, die sozialrealistische Beobachtungen und märchenhafte Elemente verbindet. Zwar schleicht sich in die Aufarbeitung familiärer Konflikte manches Stereotyp ein, dennoch überzeugt der Film durch seinen Humanismus und sein mit viel Humor vermitteltes Plädoyer für Solidarität. - Sehenswert ab 14 (filmdienst)

DAS WEISSE BAND (Michael Haneke)
Ein Dorf im Nordosten Deutschlands wird 1913/14 von rätselhaften Zwischenfällen heimgesucht. Rückschauend erinnert sich der Lehrer in einer chronikhaften Off-Erzählung an die gewaltsamen Vorkommnisse, deren Hintergründe nie geklärt werden. In konzentrierten Schwarz-Weiß-Bildern entwirft Michael Haneke mit großer erzählerischer Meisterschaft das Bild eines gespenstischen Mikrokosmos, der so sehr auf Abhängigkeit, Angst und Unterwerfung gebaut ist, dass der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wie ein Ventil erscheint. Ein visuell und inszenatorisch bestechendes Drama über die Genese einer autoritätshörigen Gesellschaft aus dem Geist preußisch-protestantischer Untugenden. - Sehenswert ab 16. (filmdienst)

Neu in der Kamera:
HACHIKO
Ein Professor, dessen Tochter gerade von zu Hause ausgezogen ist, nimmt sich eines Akita-Welpen an. Zwischen Hund und Herrchen entwickelt sich eine innige Beziehung, die auch mit dem Tod des Professors nicht endet. Noch Jahre später läuft der Hund Tag für Tag zum Bahnhof und wartet auf dessen Rückkehr. (filmdienst) Melodram von Lasse Hallström mit Richard Gere.

DER INFORMANT
Ein leitender Angestellter eines großen Agrar-Konzerns in den USA macht in den 1990er-Jahren das FBI auf kriminelle Preisabsprachen seines Unternehmens aufmerksam und bietet sich als Informant an. Steven Soderbergh entwickelt aus diesem Stoff ein schillerndes Porträt, das Ansätze einer Agentenfilm-Parodie zeigt und auf einschlägige "Corporate Crime"-Thriller verweist, dabei aber geschickt alle Genremuster unterläuft. Die elliptische Erzählweise, kontrapunktisch eingesetzte Stilmittel und Anachronismen verblüffen ebenso wie sie bestens unterhalten. - Ab 14. (filmdienst)