Lichtwerk-Newsletter 02.08.2012

Newsletter zum Filmkunst-Programm vom 2.8. bis 8.8.2012

Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!

Wenn wir uns unseren herzigen Blümchenkaffee aufbrühen, sitzt er nie mit uns an der Kaffeetafel, der Teufel Alkohol. Rum mit Tee passiert bisweilen, wenn der Wind winters wieder gar zu garstig durch die Ritzen pfeift. Doch das Konjäckchen ersparen wir uns, denn wir müssen mit kühlen Köpfen das Filmprogramm zusammenknobeln. Um so bemitleidenswerter sind die teuflischen Verwüstungen, die der Hochprozentige bei der Schauspielergarde anrichtet. Olle Juhnke hat wenigstens lang durchgehalten. Frank Giering jedoch ist mit 38 bereits ins ewige Delirium eingetreten: zu früh, zu früh, Dämon Allohol! Ein derzeit entgifteter Bruno Ganz pflegte Alkohol zu frühstücken. Eine Karriere in Schlangenlinien für Martin Semmelrogge, Ralf Richter, Ben Becker, eine internationale Karriere mit hoher Promille für Anthony Hopkins, Robin Williams, Marilyn Monroe, Richard Burton. Auch Johnny Depp ist kein Kind von Traurigkeit. Er spielt zum zweiten Mal in einem Film nach einem Buch von Hunter S. Thompson. Nach dem grandiosen FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS spielt er nun in RUM DIARY einen Journalisten mit Hang zu hochprozentiger Flüssignahrung.

Mit nüchternen Grüßen
verbleiben die Filmverkoster aus Lichtwerk und Kamera

P.S.: Filmhaus-Party „Garten der Lüste“ am Samstag, 11. August 2012!

BIS ZUM HORIZONT UND DANN LINKS tgl. 19.20h
DAS HAUS AUF KORSIKA Do, Fr 17.30h und Mo bis Mi 21.30h
KOCHEN IST CHEFSACHE So 16.10h
LACHSFISCHEN IM JEMEN So 14.20h
LADY VEGAS Do bis Sa 21.30h und So bis Mi 17.20h
MOONRISE KINGDOM Mi 21.00h
RUM DIARY tgl. 18.40h und Do bis Di auch 21.00h
SHORTS ATTACK Mi 21.30h
UND WENN WIR ALLE ZUSAMMENZIEHEN? Sa und So 16.40h
WHO KILLED MARILYN? Do bis Di 18.15h und 20.30h
WORK HARD, PLAY HARD Mi 18.30h
ZIEMLICH BESTE FREUNDE So 13.00h

Kinderkino
SAMS IM GLÜCK Sa 16.00h und So 14.00h
Kino für Anfänger MOLLY MONSTERS ABENTEUER So 15.30h

Unsere Filme in der Kamera
AUSGERECHNET SIBIRIEN Fr bis So 15.30h
DEIN WEG Fr bis So 16.00h
HASTA LA VISTA Mo bis Mi 19.00 und tgl. 21.30h
DAS SCHWEIN VON GAZA tgl. 17.00h, Do bis So 19.00h
SONS OF NORWAY So bis Mi 21.00h
DAS VERFLIXTE DRITTE JAHR Do bis Sa 18.30h und 21.00h
DER VORNAME tgl. 18.00 und 20.30h
WOODY ALLEN. A DOCUMENTARY So bis Mi 18.30h

Filme und Termine siehe Websites
www.lichtwerkkino.de
www.kamera-filmkunst.de



HASTA LA VISTA
Drei behinderte belgische junge Männer wollen ihre sexuelle Unschuld verlieren und begeben sich gegen den Willen ihrer Eltern auf die Reise nach Spanien zu einem Bordell, das auf die Bedürfnisse von Behinderten spezialisiert ist. Die Fahrt mit einer bärbeißigen Fahrerin gerät wegen Reibereien in der Gruppe turbulent. Unterhaltsame Komödie um Solidarität, Vertrauen und Verzeihen, aber auch Gebrechen und den Tod, erzählt mit Leichtigkeit, Sensibilität und einem ruppigen Humor, der nie schlüpfrig wird. (Filmdienst)

RUM DIARY
Puerto Rico 1960: ein Auffangbecken für abgehalfterte Gestalten. Hierher kommt der Journalist Paul Kemp, der sich zwischen kapitalistischen Gierhälsen und daueralkoholisierten Kollegen behaupten muss. Kino-Adaption des Romans von Hunter S. Thompson mit Johnny Depp in der Hauptrolle. (BR KinoKino)

DAS SCHWEIN VON GAZA
Ein armer Fischer aus dem Gaza-Streifen fischt eines Tages zu seiner Überraschung ein Schwein aus dem Meer. Allerdings weiß er nicht recht, was er mit dem Tier anfangen soll: Sowohl im muslimischen als auch im israelischen Glauben gelten Schweine als unreine Tiere. Der Regisseur bedient sich freimütig aus der Bibel sowie der Filmgeschichte und dekliniert alle möglichen Spielarten des israelisch-palästinensischen Konflikts durch, ohne vor politisch unkorrekten Witzen über die Absurditäten dieses Konflikts zurückzuscheuen. So gelingt ihm eine schwarzhumorige, hintersinnige Tragikomödie. – Sehenswert (Filmdienst)

SONS OF NORWAY
Es rebelliert sich schlecht, wenn der eigene Vater noch lauter dagegen ist als man selber. In Sons of Norway handelt es von Nikolaj (Åsmund Høeg), der das erste Mal die Sex Pistols hört, als als der Punk in den späten 70ern die Vororte von Oslo erreicht – eine musikalische Offenbarung, die sein Leben verändert. Doch es ist nicht leicht gegen das Establishment zu sein, wenn der eigene Vater ein waschechter Hippie ist, der seinen Sohn zum Sommerurlaub ins Nudistencamp schleppt und auch mal den Schuldirektor zusammenfaltet. (Moviepilot.de)

DAS VERFLIXTE DRITTE JAHR
"Frédéric Beigbeders  Filmdebüt ist eine fröhlich leichte Romantik-Kommödie, die Lust auf Sommer macht. Der Regisseur hat das Gleichgewicht zwischen Romantik, Sentimentalität und komischen Zynismus gefunden, weshalb man den Kinosaal gut gelaunt verlässt, mit stilvollen Bildern im Gedächtnis." (outnow.ch)

DER VORNAME
Bei einem Essen geraten sich ein Ehepaar, das ein Kind erwartet, die Schwester des Mannes samt Gatten sowie ein Freund in die Haare. Auslöser des Konflikts ist der Vorname des Nachwuchses: Dessen Vater kündigt an, sein Kind "Adolf" nennen zu wollen, was mit Empörung quittiert wird und zu unliebsamen Offenbarungen von Ressentiments und verdrängten Wahrheiten führt. Pointiert und rasant entfaltet der Film ein Dialog-Gewitter, das die zivilisierte Fassade einer bürgerlichen Familie ebenso schwer wie (für den Zuschauer) amüsant erschüttert. – Sehenswert (Filmdienst)

WHO KILLED MARILYN?
Dorfschönheit Candice, deren großes Vorbild Marilyn Monroe ist, begeht angeblich Selbstmord. Der Krimi-Autor Rousseau glaubt nicht an die Todesursache. Bei seinen Recherchen deckt er düstere Geheimnisse in seinem Heimatort auf. (BR KinoKino)

WOODY ALLEN. A DOCUMENTARY
Dokumentarisches Porträt des New Yorker Filmemachers Woody Allen (geb. 1935 in Brooklyn), das vor allem dessen Schaffen beleuchtet, während Details aus seinem Privatleben eher diskret behandelt werden. Neben Interviewpassagen, in denen Allen selbst, Schauspieler, Filmleute, Ex-Partnerinnen und Kritiker zu Wort kommen, sind diverse Ausschnitte aus Woody-Allen-Filmen zu sehen. Daraus ergibt sich ein Film, der vor allem den Arbeitsprozess des Autors und Regisseurs interessant beleuchtet. Mehr liebevolle "Heldenverehrung" als eine kritische Werkanalyse, macht er damit vor allem Lust darauf, sich neu mit Woody Allens Filmen zu befassen. (Filmdienst)