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Newsletter zum Filmkunst-Programm vom 18.5. bis 24.5.2017


Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!


„Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen?“ Auch über solche schwierigen Fragen diskutieren wir mitunter bei der Programmgestaltung unserer Kinos. Klar, das ist pure Rhetorik. Wer will schon nichts zu lachen haben? Aber jetzt mal im Ernst: Wann hat ein Künstler das letzte Mal über eine Revolution philosophiert? Wann hat ein Künstler die Geldwirtschaft ins Zentrum seiner Kritik gerückt? Wann hat ein Künstler das System des „Kapitalismus“ analysiert? (Von Politikern ist zu allen drei Themen gar nichts zu hören.) Joseph BEUYS hat diese Fragen gestellt und Diskussionen provoziert. Nicht als Methode der Selbstvermarktung, sondern weil er an einer Veränderung der Gesellschaft zu mehr Demokratie und Teilhabe interessiert war.

Bielefeld verfügt dankenswerterweise über Beuys im öffentlichen Raum: Stellen Sie sich mal an die Bäume mit seinen Basaltstelen vor der Kunsthalle und meditieren Sie 10 Minuten über die Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung… (Oder Sie schauen sich in der KAMERA den Film BEUYS an und sind anschließend zusätzlich noch über die GRÜNEN wütend. Denn Joseph Beuys wäre auf jeden Fall der interessanteste [grüne] Ministerpräsident des Landes NRW gewesen…)


Mit honigpumpenden Grüßen
verbleiben die Filmplastiker aus Filmhaus, Lichtwerk und Kamera


Alle Filme und Termine im Lichtwerk www.lichtwerkkino.de

Alle Filme und Termine in der Kamera www.kamera-filmkunst.de



Unsere neuen Filme in KAMERA und LICHTWERK


ALIEN: COVENANT / Lichtwerk

Der Film verfolgt dasselbe Thema wie schon Scotts 1979 erschienener Film Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt und ist zugleich eine Fortsetzung des Films Prometheus – Dunkle Zeichen aus dem Jahr 2012. Als Weiterführung der ursprünglichen Alien-Filmreihe handelt der Film von einer Forschungsgruppe, die Ende des 21. Jahrhunderts mit dem Raumschiff Covenant Hinweisen auf außerirdische Ursprünge des menschlichen Lebens nachgeht. Die Fortsetzung spielt zehn Jahre nach den Ereignissen in Prometheus. (Wikipedia)


DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG / Lichtwerk

Ein junger Syrer, dessen Familie im Bürgerkrieg fast komplett getötet wurde, kommt nach seiner Flucht quer durch Europa nach Finnland, wo er Asyl beantragt, dann aber untertaucht, als man ihm dies verwehrt. In dem wortkargen Neubesitzer eines schäbigen Restaurants findet er einen unerwarteten Beschützer, der ihn in seine exzentrische Belegschaft aufnimmt. Eine mitunter märchenhaft anmutende Tragikomödie, in der Aki Kaurismäki das mit viel Respekt behandelte Flüchtlingsschicksal meisterhaft mit grandiosen Szenen seines lakonischen Humors verknüpft. In der Zeichnung der politischen Hintergründe erhebt sein Film keine Anklage, spricht sich dafür aber nachdrücklich für Mitgefühl, Solidarität und Humanismus aus. - Sehenswert ab 12. (Filmdienst)


BERLIN REBEL HIGH SCHOOL /Kamera

Für all jene, die keinen regulären Schulabschluss erzielt haben, bietet die Schule für Erwachsenenbildung (SFE) in Berlin-Kreuzberg seit knapp 45 Jahren die Chance auf einen nachgeholte Hochschulreife oder den Mittleren Schulabschluss. An der basisdemokratisch organisierten Einrichtung ohne Direktor und Noten nehmen die Schüler ihre Bildung selbst in die Hand. Der Dokumentarfilm porträtiert sechs der unkonventionellen Schüler und einige Lehrkräfte auf dem Weg zum Abitur und würdigt als stilistisch bunte Hommage eine gelebte Utopie abseits der üblichen Denk- und Handlungsmuster einer Leistungsgesellschaft, deren Erfolg für sich spricht. - Sehenswert ab 14. (Filmdienst)


BEUYS / Kamera

Porträt des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986), der mit seinen häufig aus Fett und Filz gestalteten Installationen nicht nur die kulturelle Öffentlichkeit aufwühlte, sondern auch mit seinen politischen Interventionen für Aufsehen sorgte. Beuys’ ikonische Erscheinung und seine Streitbarkeit machten ihn zum begehrten Objekt der Medien, was der materialreiche, in einem langen Konzentrationsprozess entstandene Dokumentarfilm dazu nutzt, den „ganzen“ Beuys vorzustellen. Die collagenartige Gestaltung erzeugt eine große Unmittelbarkeit, die den historischen Abstand aufhebt und Beuys’ Werk ebenso wie seine Botschaft für die Gegenwart erschließt. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)


EINSAMKEIT UND SEX UND MITLEID / Kamera

In einer deutschen Großstadt überschneiden sich die Wege und Schicksale einiger frustrierter und neurotischer Menschen. Nach dem von Robert Altman perfektionierten „Short Cuts“-Muster spinnt der hervorragend besetzte Ensemblefilm Episoden um lose verknüpfte Figuren, die Egoismus, Eitelkeit, Selbst- und Weltekel miteinander gemeinsam haben. (Filmdienst)


DAS ENDE IST ERST DER ANFANG / Kamera

Zwei gealterte Rocker sollen für ihren Boss ein Handy wiederbeschaffen, das ein junges Streuner-Paar mitgehen ließ. Dabei treffen sie in einer unwirtlichen Gegend auf feindselige Provinzler, werden aber durch unerwartete Begegnungen auch auf neue Bahnen gelenkt. Das verfolgte Paar erhält derweil unverhoffte Hilfe, als ihm Jesus erscheint. Eine brillant inszenierte, von warmherzig gezeichneten Figuren lebende Tragikomödie, die souverän Road Movie und Western zitiert und mühelos den Bogen zwischen schwarzem Humor und existenziellem Drama schlägt. Zugleich plädiert der Film unaufdringlich für die Notwendigkeit gegenseitiger Anteilnahme. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)


HAPPY BURNOUT / Kamera

Ein sorg- und gedankenlos in den Tag lebender Langzeitarbeitsloser mit Punk-Attitüde kann sich nicht länger dem „System“ verweigern, als ihn seine Sachbearbeiterin mit der Diagnose „Burnout“ zur Therapie verdonnert. In einer Klinik begegnet er einigen wirklich psychisch Kranken, die dringend der Heilung, aber auch seiner Zuneigung und Freundschaft bedürfen. Sanft-dramatische Komödie, die mit guten Darstellern und inszenatorisch leichter Hand um Themen wie Lebensangst und Daseinsflucht kreist, wobei sie, ohne allzu tief zu loten, aber sympathisch-skurril an mehr Verständnis sowie an Mit- und Selbstwertgefühl appelliert. (Filmdienst)


JAHRHUNDERTFRAUEN / Lichtwerk

Eine alternde, alleinerziehende Mutter im kalifornischen Küstenstädtchen Santa Barbara fühlt sich von den Anforderungen der Pubertät ihres spät geborenen, 15-jährigen Sohns überfordert und bittet die beiden Mitbewohnerinnen ihres viktorianischen Anwesens um Hilfe. Eine humorvolle und bewegende, ebenso eigenwillig wie meisterhaft inszenierte Annäherung an das Enigma des Mutterseins. Getragen von der vorzüglichen Hauptdarstellerin, aber auch von profiliert interpretierten Nebenrollen fesselt die Beschreibung der Mutter-Sohn-Beziehung vor dem Hintergrund einer sich verändernden Gesellschaft. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)


MOONLIGHT / Lichtwerk

Ein sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem „Problembezirk“ Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichalterigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte, vor allem auch mit der eigenen homosexuellen Identität. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film wird als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen erzählt. Er besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)


RÜCKKEHR NACH MONTAUK / Lichtwerk

Ein Schriftsteller kommt für ein Wochenende nach New York, um seinen neuen, autobiografisch gefärbten Roman vorzustellen, in dem es um eine vor Jahren gescheiterte Liebe geht. Er besucht seine einstige Geliebte, um seinen Gefühlen für sie nachzuspüren, wobei er während einer Reise mit ihr ans Meer bei Montauk mit unerwarteten Einsichten konfrontiert wird. Eine melancholische, vorzüglich gespielte und inszenierte Annäherung an existenzielle Probleme von Alter und Tod, Selbstzweifel und die Befangenheit in gelebten Rollen. Volker Schlöndorffs sehr persönliche Verbeugung vor Max Frisch bewegt sich souverän auf der unscharfen Grenze von Fiktion und Realität und setzt subtil Leben und Kunst miteinander ins Verhältnis. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)


SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT / Lichtwerk

Ein zum Leben erwachter, unfreundlicher Baum steht zu später Stunde einem Jungen bei, den schreckliche Albträume quälen, nachdem dessen Mutter unheilbar erkrankt ist. Fulminante Verfilmung des Romans „A Monster Calls“ von Patrick Ness, die in die fantastische Welt eines düsteren Märchens eintaucht, um vom Tod, von der Begegnung mit der Angst sowie vom Ausbruch aus der Realität zu erzählen. Ästhetisch orientiert sich der Film an visuellen und dramatischen Stereotypen des Genrekinos, besitzt dabei aber gleichzeitig eindrückliche Momente tiefer Katharsis, indem er seinen Frieden mit dem Allerschrecklichsten macht und etwas Unvermeidliches wie den Tod in etwas Versöhnliches verwandelt. - Ab 14. (Filmdienst)


EIN TAG WIE KEIN ANDERER / Kamera

Ein israelisches Ehepaar hat seinen 25-jährigen Sohn zu Grabe tragen müssen und beschreitet nach der siebentägigen Trauerzeit unterschiedliche Wege, um mit dem Verlust umzugehen. Während sich die Frau in ihre Arbeit als Grundschullehrerin flüchtet, weiß der Mann nicht, wohin mit sich und seinen Gefühlen und macht sich gemeinsam mit einem Nachbarjungen über die Cannabis-Medizin des Toten her. Tragikomödie mit komisch-absurden Seiten, die zwischen irrem Lachen und depressiver Lethargie um Bewältigung ringt. Dabei wagt sich der sorgsam beobachtende, formal faszinierende und poetisch fotografierte Film nur für Augenblicke dorthin, wo der Verlust die Sinne zu rauben droht. - Ab 16. (Filmdienst)


YOU’LL NEVER WALK ALONE / Kamera

Dokumentarfilm über die melancholische Ballade „You’ll Never Walk Alone“ aus dem Broadway-Musical „Carousel“ von Rodgers und Hammerstein (1945), die zur berühmtesten Fußball-Hymne der Welt wurde. Der Schauspieler Joachim Król führt als „Fremdenführer“ durch die ereignisreiche Geschichte des Liedes, das erstmals in den 1960er-Jahren als schnulzige Pop-Version beim FC Liverpool ins Fußballstadion einzog. Eine reizvolle, chronologisch erzählte Mischung aus kulturgeschichtlichem Essayfilm und Doku-Feature aus der Fußballwelt, angereichert durch beredte Zeitzeugen. - Ab 14. (Filmdiens

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