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Newsletter zum Filmkunst-Programm vom  4.5. bis 10.5.2017

 

Liebes Lichtwerk- und Kamera-Publikum!

 

Auch wir werden älter und dann erinnern wir uns sporadisch an einen kleinen Mann, der sein Geld mit Politik verdient hat. Sein Claim lautete „Die Rente ist sicher“ und er trat unter dem Künstlernamen Norbert Blüm auf. Heute, im Zeitalter von Minijobs, Altersarmut, Rentenbesteuerung und demographischem Wandel wissen wir es besser: die sichere Rente ist zu einer Art Lottogewinn geworden. ABGANG MIT STIL ist eine Komödie mit bitterem Beigeschmack. Denn die drei Helden sind Rentner, die realisieren, dass ihre Altersvorsorge sich in Wohlgefallen auflöst und die Bank den Würgegriff auf die Häuschenhypothek verstärkt. Wir begleiten Morgan Freeman, Michael Caine und Alan Arkin beim trostlosen Essen in der Armenküche, beim Mundraub im Supermarkt und beim ätzenden „Beratergespräch“ in der Bank. Folgerichtig haben sie die Wahl, komplett zu verelenden oder alles auf eine Karte zu setzen: Bankraub. Tja, was soll man sagen: wir Zuschauer drücken diesen Kriminellen die Daumen, lachen mit ihnen und weinen mit ihnen. Eine Komödie, wie gesagt, mit trocken-sarkastischen Dialogen und tollen Schauspielern, die wirklich alt sind. Hoffentlich bekommen wir auch mal so einen ABGANG MIT STIL hin…

 

Mit riesterlichen Grüßen
verbleiben die Film aus Filmhaus, Lichtwerk und Kamera

 

Alle Filme und Termine im Lichtwerk www.lichtwerkkino.de

Alle Filme und Termine in der Kamera www.kamera-filmkunst.de

 

 

Unsere neuen Filme in KAMERA und LICHTWERK

 

ABGANG MIT STIL / LICHTWERK

Neuverfilmung der Gaunerkomödie „Die Rentnergang“ (1979) von Martin Ritt, in der drei Senioren eine Bank überfallen, um unbezahlte Hypothekenraten und die Defizite eines bankrotten Pensionsfonds auszugleichen. Anders als das Original wirft die trefflich besetzte Komödie ein verstärktes Augenmerk auf die schwierigen Lebensumstände der Figuren; dabei überzeugt sie durch den gewitzten Schlagabtausch zwischen den Protagonisten, deren moralisches Anliegen von der Enkelgeneration weitergeführt wird. Der mitunter etwas zotige Wohlfühlfilm verfolgt dabei durchaus gesellschaftskritische Anliegen. (Filmdienst)

 

ALLES UNTER KONTROLLE / Kamera

Ein Algerier ohne Papiere gibt sich in Frankreich als Afghane aus, gerät in die Hände der Justiz und soll in seine vermeintliche Heimat abgeschoben werden. Renitent und redselig macht er sich auf dem Flug einen seiner Bewacher zum Feind, dessen berufliche Zukunft vom reibungslosen Ablauf des Auftrags abhängt. Bei einer Zwischenlandung wittert der Gefangene die Chance zur Flucht, doch sein Verfolger entpuppt sich als ausgesprochen hartnäckig. (Filmdienst)

 

DIE ANDERE SEITE DER HOFFNUNG / Lichtwerk

Ein junger Syrer, dessen Familie im Bürgerkrieg fast komplett getötet wurde, kommt nach seiner Flucht quer durch Europa nach Finnland, wo er Asyl beantragt, dann aber untertaucht, als man ihm dies verwehrt. In dem wortkargen Neubesitzer eines schäbigen Restaurants findet er einen unerwarteten Beschützer, der ihn in seine exzentrische Belegschaft aufnimmt. Eine mitunter märchenhaft anmutende Tragikomödie, in der Aki Kaurismäki das mit viel Respekt behandelte Flüchtlingsschicksal meisterhaft mit grandiosen Szenen seines lakonischen Humors verknüpft. In der Zeichnung der politischen Hintergründe erhebt sein Film keine Anklage, spricht sich dafür aber nachdrücklich für Mitgefühl, Solidarität und Humanismus aus. - Sehenswert ab 12. (Filmdienst)

 

EIN DORF SIEHT SCHWARZ / Kamera

Anfang der 1970er-Jahre übernimmt ein frischgebackener Mediziner afrikanischer Abstammung in einem nordfranzösischen Städtchen die Praxis eines Landarztes, holt Frau und Kinder nach und freut sich auf die Zukunft. Doch dann schlägt ihm und seiner Familie offener Rassismus entgegen. Culture-Clash-Komödie nach den Kindheitserinnerungen des französischen Rappers Kamini, in der allerhand Klischees aufeinanderprallen. (Filmdienst)

 

EINSAMKEIT UND SEX UND MITLEID / Kamera

In einer deutschen Großstadt überschneiden sich die Wege und Schicksale einiger frustrierter und neurotischer Menschen. Nach dem von Robert Altman perfektionierten „Short Cuts“-Muster spinnt der hervorragend besetzte Ensemblefilm Episoden um lose verknüpfte Figuren, die Egoismus, Eitelkeit, Selbst- und Weltekel miteinander gemeinsam haben. (Filmdienst)

 

ERZÄHL ES NIEMANDEM / Kamera

Die Norwegerin Lilian Berthung verliebt sich 1942 in den deutschen Besatzungssoldaten Helmut Crott. Als sie ihn mit dem Antisemitismus der Nazis konfrontiert, offenbart er ihr seine eigenen jüdischen Wurzeln. Die Liebe übersteht den Krieg und hält ein Leben lang, in dem aber über seine jüdische Herkunft nicht gesprochen werden darf. Der formal konventionelle, aber bewegende Dokumentarfilm adaptiert den Bestseller der Journalistin Randi Crott, die 2012 die Liebesgeschichte ihrer Eltern rekonstruierte, wobei er einen subtilen Blick auf die Nachkriegsjahre wirft. - Ab 12. (Filmdienst)

Am 30. April um 14.00 Uhr sind die Autorin und Protagonistin Randi Crott und der Regisseur Klaus Martens zu Gast, in der Kamera um die Sachbuch-Bestseller-Verfilmung „Erzähl es niemandem!“ vorzustellen.

 

ES WAR EINMAL IN DEUTSCHLAND / Lichtwerk

Ein jüdischer Kaufmann gründet 1946 in Frankfurt/Main eine kleine Vertreterfirma und verkauft mit fünf weiteren Holocaust-Überlebenden Tisch- und Bettwäsche an deutsche Hausfrauen, die sie mit kleinen Tricks und Betrügereien zum Kauf verführen und dabei mitunter auch deren Schuldgefühle ausnutzen. Da der Händler zugleich aber verdächtigt wird, sein Überleben im KZ erkauft zu haben, erzählt er einer zweifelnden US-Offizierin seine unglaubliche Geschichte. Eine mal tolldreist fabulierende, mal zutiefst anrührende Schelmengeschichte, die mit Respekt vor dem historischen Hintergrund die Grenzen zwischen Wahrheit und Wahrhaftigkeit auflöst. In der Hauptrolle großartig gespielt, vermittelt sich die Kraft des Geschichtenerzählens als Lebens- und Überlebenselixier. - Sehenswert ab 14. (Filmdienst)

 

GIMME DANGER / Kamera

Zwischen 1967 und 1974 schrieb die US-amerikanische Proto-Punkband „The Stooges“ mit ihrem Frontmann Iggy Pop und einem gewollt dilettantischen Sound Musikgeschichte. Der Dokumentarfilm von Jim Jarmusch versammelt Interviews mit Band-Mitgliedern und anderen Zeitzeugen, Archivfotos, Konzertmitschnitte, Grafiken und Animationen (…). (Filmdienst)

 

HAPPY BURNOUT / Kamera

Ein sorg- und gedankenlos in den Tag lebender Langzeitarbeitsloser mit Punk-Attitüde kann sich nicht länger dem „System“ verweigern, als ihn seine Sachbearbeiterin mit der Diagnose „Burnout“ zur Therapie verdonnert. In einer Klinik begegnet er einigen wirklich psychisch Kranken, die dringend der Heilung, aber auch seiner Zuneigung und Freundschaft bedürfen. Sanft-dramatische Komödie, die mit guten Darstellern und inszenatorisch leichter Hand um Themen wie Lebensangst und Daseinsflucht kreist, wobei sie, ohne allzu tief zu loten, aber sympathisch-skurril an mehr Verständnis sowie an Mit- und Selbstwertgefühl appelliert. (Filmdienst)

 

LION / Lichtwerk

Ein in Australien aufgewachsener junger Mann erinnert sich seiner verdrängten Kindheit in einer Kleinstadt im Nordwesten Indiens, aus der ihn ein tragisches Schicksal zunächst in ein Waisenhaus in Kalkutta und von dort in die Obhut seiner Adoptiveltern geführt hat. Nach dem autobiografischen Roman von Saroo Brierley schildert der Film zunächst mit großer erzählerischer Wucht und emotionaler Kraft Herkunft und Trauma des Jungen, springt in der zweiten Hälfte dann aber in eine behütet-bürgerliche Welt als Background der detektivischen Spurensuche via Google Earth. Die Sehnsucht nach der verlorenen Heimat entpuppt sich dabei als Suche nach der eigenen Identität. - Ab 14. (Filmdienst)

 

MOONLIGHT / Lichtwerk

Ein sensibler afroamerikanischer Junge wächst in Liberty City auf, einem „Problembezirk“ Miamis, wobei die Crack-Sucht seiner Mutter und die Schikanen von Gleichalterigen, die ihn mobben, sein Leben überschatten. Ein Dealer nimmt sich seiner an und wird zum Vaterersatz, doch die demonstrative Männlichkeit, die er dem Jungen vorlebt, bringt weitere Konflikte, vor allem auch mit der eigenen homosexuellen Identität. Der bildgewaltige, herausragend gespielte Film wird als Triptychon unterschiedlicher Lebensphasen erzählt. Er besticht durch seine Sensibilität gegenüber den Gefühlen der Figuren ebenso wie durch sein Gespür für ihre Lebenswelt, wobei er präzise Milieuschilderung mit dem Sinn für die Schönheit des Lebens verbindet. - Sehenswert ab 16. (Filmdienst)

 

PETER HANDKE. BIN IM WALD. KANN SEIN, DASS ICH MICH VERSPÄTE / Kamera

Dokumentarisches Porträt des österreichischen Schriftstellers Peter Handke, dem die Dokumentaristin Corinna Betz vier Jahre lang rare Momente einer süß-sauren Annäherung abgerungen hat. Die Aufnahmen aus seinem Refugium in einem Pariser Vorort werden von einem Bildfluss erhabener Landschaften, vollgekritzelter Notizhefte und vielen Textausschnitten getragen, in denen Handkes um Andersartigkeit ringende Prosa wie ein flirrender Sound einer vergangenen Epoche klingt. Der beeindruckende Film konzentriert sich auf die literarische Welterkundung des Autors und entlockt ihm durch einen klugen Schnitt manche Selbstbeschreibung. Sehenswert ab 14. (Filmdienst)

 

SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT / Lichtwerk

Ein zum Leben erwachter, unfreundlicher Baum steht zu später Stunde einem Jungen bei, den schreckliche Albträume quälen, nachdem dessen Mutter unheilbar erkrankt ist. Fulminante Verfilmung des Romans „A Monster Calls“ von Patrick Ness, die in die fantastische Welt eines düsteren Märchens eintaucht, um vom Tod, von der Begegnung mit der Angst sowie vom Ausbruch aus der Realität zu erzählen. Ästhetisch orientiert sich der Film an visuellen und dramatischen Stereotypen des Genrekinos, besitzt dabei aber gleichzeitig eindrückliche Momente tiefer Katharsis, indem er seinen Frieden mit dem Allerschrecklichsten macht und etwas Unvermeidliches wie den Tod in etwas Versöhnliches verwandelt. - Ab 14. (Filmdienst)

 

A UNITED KINGDOM / Kamera

Die englische Büroangestellte Ruth Williams verliebt sich 1947 in den schwarzen Jura-Studenten Seretse Khama, der als Thronnachfolger von Bechuanaland (dem heutigen Botswana) an seiner weißen Freundin auch dann noch festhält, als die britische Regierung und seine Stammesoberen ihn zu einem Abbruch der Beziehung drängen. Nach einer wahren Begebenheit überlebensgroß und märchenhaft erzählte Liebesgeschichte, getragen von hervorragenden Hauptdarstellern. Zugleich erzählt der Film von der Geburt eines Landes und vom alltäglichen Rassismus in Großbritannien und Afrika. (Filmdienst)

 

VERLEUGNUNG / Lichtwerk

Die US-amerikanische Historikerin Deborah E. Lipstadt wird 1996 von dem britischen Autor David Irving verklagt, weil sie den Holocaust-Leugner als Paradebeispiel des Geschichtsklitterers dargestellt hat. Im Verfahren vor dem High Court in London muss sie den Beweis für ihre Behauptungen antreten. Der konventionell inszenierte Film orientiert sich an dem authentischen Prozess und seinem Verlauf, wobei er in seinen stilistischen Mitteln bisweilen arg aufs Gefühl drückt. Dank der überzeugenden Hauptdarstellerin vermittelt sich dennoch eindringlich die Anstrengung, populistische Provokationen mit kühlem Verstand öffentlich entgegenzutreten. - Ab 14. (Filmdienst)

 

VICTORIA – MÄNNER UND ANDERE MISSGESCHICKE / Kamera

Eine alleinerziehende, neurotische Anwältin mit chaotischem Privatleben lässt sich dazu überreden, einen alten Freund wegen einer Gewalttat vor Gericht zu vertreten. Der Fall führt sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, zumal auch ein anhänglicher früherer Klient und ihr bösartiger Exmann weiteren Trubel in ihr Dasein bringen. Einfallsreich inszenierte romantische Komödie, die Muster des Genres temporeich variiert und selbstsicher zwischen Witz und dramatischen Momenten wechselt. Der großartigen Hauptdarstellerin gelingt eine Tour de Force zwischen Charme und Verletzlichkeit. - Ab 14. (Filmdienst)

 

DIE WÜRDE DES BALLES… Die Wilde Liga in Bielefeld / Lichtwerk

Im politisch aufgeladenen Geist der 70er Jahre machte sich eine Hand voll Jugendzentren auf die Socken und gründete Deutschlands erste alternative Fußball-Liga die Wilde Liga Bielefeld. Vom DFB hatten die jungen Männer aus OWL genug. Sie wollten den mächtigen Funktionären, dem engen Regelwerk und der spröden Vereinsmeierei Paroli bieten endlich frei und selbstbestimmt gegen den Ball treten. Dass dieser alternative Gedanke über 40 Jahre zu einem Erfolgsmodell würde, hätten die Gründerväter nicht einmal zu träumen gewagt. Ein guter Film von Max Meis.

 

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Lichtwerk Filmtheater Betriebs GmbH, Ravensberger Park 7, 33607 Bielefeld, Handelsregister Amtsgericht Bielefeld HRB 38232
Geschäftsführer: Jürgen Hillmer

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