Bielefelder Tage des israelischen Films
In Kooperation mit der Bielefelder Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zeigen wir vom 13. April bis zum 4. Mai jeweils Dienstags einen israelischen Film mit deutschen Unterttiteln.
SHNAT EFFES - DIE GESCHICHTE VON BÖSEN WOLF
ein Film von Joseph Pitchhadze, Dienstag, 13. April 2010, 19 Uhr
Drei unterschiedliche Alltagsgeschichten aus der quirligen Metropole Tel Aviv, hinter deren Glamour sich ständig Glück und Leid die Waage halten. Joseph Pitchhadze präsentiert in seinem Film einfühlsam und zugleich süffisant eine Momentaufnahme der israelischen Gesellschaft zu Anfang des neuen Jahrtausends.
Eine alleinerziehende Mutter mit einem 10-jährigen Sohn, die aus ihrer Wohnung geworfen wird, weil sie die Miete nicht mehr aufbringen kann; ein Wohnungsmakler, der nicht Vater werden will; eine Radioredakteurin, die gegen den Willen ihres Mannes schwanger ist; ein Radiotechniker, Sohn eines der Gründer der israelischen Punk-Musikbewegung in den 70er-Jahren; ein Blinder, dessen Blindenhund bei einem Unfall mit Fahrerflucht getötet wird: Jede dieser Figuren erreicht den Nullpunkt ihres Lebens, von dem aus sie sich erneut auf die Suche nach Sinn und Erlösung macht. Manche sind erfolgreich, andere nicht.
Joseph Pitchhadze wurde 1965 in Tiflis (Georgien) geboren. Er wanderte 1972 mit der Familie nach Israel aus. Seit dem Abschluss seines Studiums am Institut für Film und Fernsehen an der Universität Tel Aviv arbeitet er als Regisseur, Produzent und Drehbuchautor.
Pressestimmen:
Nicht entgehen lassen !! epd-film
Ein freches und brillant fotografiertes Stück israelisches Kino. ... ein ebenso skurriler wie warmherziger und vor allem höchst unterhaltsamer Episodenfilm über Menschen und ihre Sorgen und Freuden... Arthouse-Kino vom Feinsten! Blickpunkt Film
Regie: Joseph Pitchhadze | Drehbuch Joseph Pitchhadze, Dov Steuer | Darsteller: Ruven Menashe Noy | Anna Sarah Adler | Eddie Moni Moshonov | Michal Keren Mor | Robinson Ezra Kafri | Kagan Danny Geva | Matti Dan Toren | Zuki Zuki Ringart | Israel 2004, 125 Min., Hebräisch mit dt. Untertiteln.
Bei dieser Filmveranstaltung wird Irit Neidhardt vom Verleih mec film aus Berlin in die Bielefelder Tage des israelischen Films einführen und dem Publikum nach der Aufführung für eine Diskussion zur Verfügung stehen.
NEWS FROM HOME
ein Film von Amos Gitai, Dienstag, 20. April 2010, 19 Uhr
News from Home ist die Geschichte eines Hauses in Jerusalem, das 1948 von seinem Besitzer, einem palästinensischen Arzt, verlassen wurde. Von der israelischen Regierung wurde es als „verlassen” deklariert, 1956 an jüdisch-algerische Einwanderer vermietet und später von einem Universitätsprofessor gekauft, der es in eine Patriziervilla umwandelte. Das Haus gleicht einer Theaterbühne, auf der die früheren Bewohner, die Nachbarn, die Arbeiter, die Bauherren und die neuen Besitzer auftreten. Die Realität hat sie in alle Winde zerstreut, es sind vor allem Geschichten von neuen Identitäten, von Diaspora und von Grenzen.
Amos Gitai ist wohl der bekannteste und renommierteste israelische Regisseur. Mit seinem Film Bait (Haus) ist er 1980 international bekannt geworden. Seitdem hat er mehr als 40 Filme gedreht. 1950 in Haifa geboren, studierte er zunächst Architektur in seiner Geburts-stadt, später in Berkeley. Er unterbrach sein Studium anlässlich des Yom-Kippur-Krieges 1973. Als Helikopterpilot dokumentierte er den Krieg mit seiner Super-8-Kamera. 1977 arbeitete er für das israelische Fernsehen. Gitais Werke sind ebenso humorvoll wie kritisch und brisant. Gitai lebt heute in Israel, Frankreich und den USA.
Pressestimmen:
Ein Film der vorbehaltlosen Entdeckerfreude, der mit der leisen Stimme der Besonnenheit spricht. Jüdische Allgemeine
Ein Film, dem nicht genug Aufmerksamkeit zuteil werden kann. critic.de
Buch und Regie Amos Gitai | Kamera Haim Asias, Nurith Aviv | Israel/B/F 2006, 97 Min., Arabisch/Hebräisch/Englisch mit dt. Untertiteln.
PROMISES
ein Film von Justine Shapiro, B.Z. Goldberg, Carlos Bolado, Dienstag, 27. April 2010, 19 Uhr
Der Film konzentriert sich auf sieben israelische und palästinensische Kinder. Jedes Kind eröffnet dramatische, emotionale und manchmal witzige Perspektiven auf Probleme, denen der Konflikt im Nahen Osten zugrunde liegt. Die Kinder in PROMISES sind zwischen 9 und 13 Jahre alt –sie sind weder so befangen wie Teenager noch so höflich wie Erwachsene - sie kommunizieren ohne Selbstzensur. Obwohl sie nur 20 Minuten voneinander entfernt wohnen, sind die Kinder in getrennten Welten eingesperrt. PROMISES geht den Grenzen zwischen diesen Kindern nach und erzählt die Geschichte von einigen Wenigen, die es gewagt haben, die Grenzen zu überschreiten, um ihre Nachbarn kennenzulernen.
Seit seiner Premiere am internationalen Filmfestival Rotterdam ist PROMISES von Publikum und Kritik weltweit begeistert aufgenommen worden. Der Film schrieb in Rotterdam Geschichte als erster Dokumentarfilm seit dreißig Jahren, der den renommierten Canal Plus Publikumspreis gewonnen hat. 2002 war PROMISES für den Oscar als bester Dokumentarfilm nominiert.
Regie Justine Shapiro, B.Z. Goldberg, Carlos Bolado | USA 2001, 106 Min., Hebräisch/Arabisch/Englisch mit dt. Untertiteln.
TEHILIM (Psalmen)
ein Film von Rafael Nadjari, Dienstag, 4. Mai 2010, 19 Uhr
Eine jüdische Familie lebt im heutigen Jerusalem ein gewöhnliches Leben. Nach einem Autounfall verschwindet der Vater auf mysteriöse Weise. Die Familienmitglieder gehen - so gut sie können - mit seiner Abwesenheit und mit den Schwierigkeiten im Alltag um. Während sich die Erwachsenen in Schweigen und in die Tradition flüchten, suchen die beiden Kinder Menachem und David ihren eigenen Weg, um den Vater zu finden.
Tehilim sind Gedichte, Lieder, Lehrstücke und Meditationen, die König David zugeschrieben werden. Sie bilden das Herzstück jüdischer Liturgie, und sie sollen Jüdinnen und Juden bei jeder Gelegenheit in ihrem täglichen Leben begleiten: bei Heirat, Geburt, in Freude, Traurigkeit oder Verzweiflung.
Rafael Nadjari wurde in Frankreich geboren. Er hat bildende Kunst studiert. 2003 zog Rafael Nadjari nach Tel Aviv, wo er Avanim, seinen ersten Film auf Hebräisch gestaltete. Mit dem Film Tehilim, der in Jerusalem gedreht wurde, setzt er seine israelische Periode fort. Rafael Nadjari lebt in Tel Aviv und Paris.
Pressestimmen:
Der Film geht unter die Haut und bleibt mit uns, als wären wir ein Teil von ihm. (Herald Tribune)
Anspruchsvoll und liebenswürdig. (Le Monde)
Buch und Regie:Raphael Nadjari l Darsteller: Michael Moshonov | Limor Goldstein | Yonathan Alster | Shmuel Vilojni | Ilan Dar | Israel/Frankreich 2007, 96 Min., Hebräisch mit dt. Untertiteln.

